Manierismus in der Speisenbereitung.
Von Apicius bis zu Ferran Adrià

Ein Vortrag und zwei Gastmahle der "Restauration a.a.O." als Begleitveranstaltung zur Ausstellung "Luxus und Dekadenz. Römisches Leben am Golf von Neapel" im Focke Museum Bremen. Ausstellungsdauer: 15.Dezember 2007 bis 08.Juni. 2008

Vortrag
zum Thema "Manierismus in der Speisenbereitung. Von Apicius bis zu Ferran Adrià" von Dieter Froelich (Restauration a.a.O.) am Dienstag, 15.April 2008 um 19 Uhr im Focke Museum. Nur mit Reservierung unter 0421. 699 600–50. Eintritt 8 Euro.

Gastmahle
Erstes Gastmahl am Donnerstag, 22.Mai 2008 um 19 Uhr im Focke Museum, Haus Mittelsbüren. Dieses Gastmahl ist dem "Verein von Freunden des Focke – Museums e.V." vorbehalten.

Zweites, öffentliches Gastmahl am Samstag, 24.Mai 2008 um 18 Uhr im Focke Museum, Haus Mittelsbüren. Eine Anmeldung ist erforderlich. Anmeldeschluss ist der 22. April 2008. Anmeldungen und Auskunft unter 0421.699 600–61. Der Kostenbeitrag beträgt 100 Euro pro Person.

Zum Thema
"Manierismus in der Speisenbereitung. Von Apicius bis zu Ferran Adrià"
Die sprichwörtlich gewordene Dekadenz der römischen Oberschicht zeigte sich natürlich auch in den Speise– und Tischsitten. Davon zeugen unter anderem die Satire "Gastmahl des Trimalchio" des Petronius Arbiter, das Kochbuch des Apicius, sowie der Name des Feldherren und Konsuls Lucullus. Sein Name steht bis heute als Synonym für Feinschmeckerei und üppige Tafelfreuden.

Überfeinerte, manierierte Speisen hat es aber in fast jeder Epoche gegeben: mittelalterliche Schaugerichte, Kochklubs von Renaissance – Künstlern, feudale und bürgerliche Tafelinszenierungen. Die Spur der gekünstelten, überfeinerten Gerichte zieht sich weiter von der Küche der italienischen Futuristen über kleinbürgerliche Speisenkreationen im Nachkriegs–Deutschland, der Nouvelle Cuisine bis zur zeitgenössischen Molekularküche des Ferran Adrià.
Speisen sind immer auch Bilder, die die jeweilige Zeit widerspiegeln.

Der Vortrag
geht diesen speziellen Erscheinungen der Speisenbereitung anhand von historischen Schilderungen, exemplarischen Kochrezepten und Bildmaterial nach.

Die Gastmahle
finden im Haus Mittelsbüren des Focke Museums statt. An der schlicht eingedeckten Tafel finden maximal 80 Gäste Platz. Die Küche der Restauration a.a.O. ist in Sichtweite der Tafel installiert. Zu Beginn des Gastmahles führt Dieter Froelich in das Thema ein und vor jedem der Gänge informiert er die Gäste über die jeweilige Speise. Diese Informationen finden sich auch in einem exklusiv für dieses Gastmahl gefertigten, nummerierten und signierten Heft, das jeder Gast an seinem Platz findet.

Die Speisen und Getränke
Zu beiden Gastmahlen wird das gleiche Überraschungsmenü serviert. Das Gastmahl ist kein Spektakel zum Thema "Essen wie die alten Römer", sondern es will auf vergnügliche Weise den Kochstil der Überfeinerung erfahrbar machen. Bei den Speisen und Getränken handelt es sich um "Rekonstruktionen" manieristischer Speisen und Getränke verschiedener Epochen. Dabei kann es sich um Speisen aus dem Kochbuch des Apicius handeln, gefolgt von einem mittelalterlichen Schaugericht; Gerichte aus dem "Manifest der futuristischen Küche"; Beispiele des (klein–)bürgerlichen Manierismus, der Nouvelle Cuisine und Kreationen der Molekularküche des Ferran Adrià.
Es werden neben einem Aperitif, Wasser, Wein und Weinmischungen, Digestif und Mokka ungefähr 10 Gänge serviert. (Geringfügige Änderungen vorbehalten.)

Es handelt sich bei der "Restauration a.a.O." nicht um ein herkömmliches Restaurant oder einen Event Catering–Service, sondern um ein künstlerisches Projekt. Wir servieren ein festgelegtes Menü und eine begrenzte Auswahl an Getränken. Die Speisenfolge ist sorgfältig geplant und zubereitet. Wir verwenden keinerlei Fertigprodukte und soweit wie möglich Grundstoffe aus biologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung. Ein Gastmahl der "Restauration a.a.O." ist im weitesten Sinne ein Bildentwurf und wir freuen uns, wenn sich die Gäste auf unsere Vorstellung einlassen.